Oh, wie schön ist Kanada!

Berichte von 04/2015

20April
2015

Pferdebetten aufschütteln

Schwupsdiwups sind schon 10 Monate rum und ich bin an der letzten großen Station in meinem Abenteuerjahr angekommen - die W-Ranch.

Die Farm liegt in Parry Sound circa zwei Autostunden nordweslich von Toronto und wir von dem Schweizer Chris und seinen Eltern Renate und Peter betrieben. Täglich werden hier 14 Perde, 63 Hühner, 110 Kühe und 8 Hasen versorgt und dabei werde ich die nächsten zwei Monate so gut ich kann mithelfen.

Mein Alltag beginnt damit die Pferde-Ställe auszumisten. Hört sich schlimmer an als es ist, denn wenn man erstmal den Dreh raus hat, geht das ganze fast wie von selbst. Jetzt wo Nathalie, eine Pferdepflegerin aus der Schweiz da ist, vergeht die Zeit sowieso noch viel schneller und wir stellen fast jeden Tag einen neuen Zeitrekord auf. 

Ab und zu bekomme ich eine Reitstunde auf unserer süßen Haflinger-Dame Molly. Sie hat ein kleines Gewichtsproblem, doch das bekommen wir Woche für Woche auch in den Griff. Ansonsten liebe ich es mit zu einer Show zu gehen (zweimal durfte ich schon :)) Dort müssen die Reiter Dessur, Springen und Cross-Country (Naturhindernisse) vorführen und werden bewertet.

Tja,  die Tage vergehen einfach. Ich finde es toll hier zu sein und hätte mir es wirklich nicht schöner erträumen können. Tortzdem freue ich mich jetzt immermehr einfach nach Hause zu kommen. 

Un hier noch mein kleiner Liebling - Bless (Welpe) und Nathalie und ich bei dem Versuch ein Selfie vom Ausreiten zu schießen.

16April
2015

The Boys are back in Town...

An diesem Tag gönnten wir uns noch einen Morgen in Port Weller, bevor unser Weg wieder in  die Großstadt führte (übrigens sahen wir dort auch wieder die berühmten Canapengus :) Das ist eine von Paul getaufte Vogelart, die irgendwie etwas Pinguinhaftes haben und die er zuvor noch in keinem anderen Land gesehen hat.

Kaum in Toronto angekommen, schnappten wir uns wieder die Räder und auf ging es nochmal nach Kensington Market und Chinatown und auch das tägliche Footballspiel kam nicht zu kurz.

Am Abend bekochten wir dann unsere Gastgeber, es gab Wraps, auch für Sie etwas Neues und eine Herausforderung in Sachen Handhabung beim essen.

Tags darauf provitierten wir von Olivers Membercard und konnten kostenfrei in die Kunstgallerie,
interessant, doch da wir nicht die Fans des Gengres sind, flüchteten wir ein paar Straßen weiter ins Schuhmuseum.
Wer hier denkt es sei ein Museum für Frauen liegt falsch, denn es geht vielmehr um die Entwicklung des Schuhs und der Schuhmacherei auf den verschiedenen Kontinenten als nur um tausend schöne einzigartige Highheels.


Ein Tag vor Abreise, erfüllten wir mir noch einen Traum, das alte Hockeystadion hatten wir ja schon mehrfach betreten, denn es ist mittlerweile ein Lebensmittelladen, doch nun ging es in die Hockey-Hall-of-Fame und welcher Eishockeyspieler will da nicht rein?

Tatsächlich ist es wie ein Abenteuerspielplatz, man kann die Vergangenen Helden bewundern und sich selbst auf einer Interaktiven Torwand, an der Playstation oder hinter dem CN-Sportcenterpult, testen.
Und wenn wir etwas aus der Trophäenhalle mitnehmen konnten, dann die Gewissheit, dass wir uns eine Playstation und ein Hockeyspiel zulegen werden.



Von den Beaches zu den Wolkenkratzern, vom Hafen bis in jedes uns noch so fremdes Viertel, wir können behaupten, Toronto hat all unsere Erwartungen erfüllt und übertroffen.


Der letzte Tag Trieb uns in den Highpark, hier genossen wir die letzten gemeinsamen Stunden, die Zeit floss zäh dahin und ich hätte es am liebsten nicht wahrhaben wollen, dass die Zeit schon wieder um ist.
Resi setzte mich am Flughafen ab, wir checkten das Zusatzgepäck ein (leider müssen Schläger und Angel warten bis Resi fliegt - hoffentlich können sie da mit)

 

14April
2015

Weiß eigentlich jemand wie diese Wasserfälle heißen?

Tatsächlich ist dass schwieriger als gedacht, man kann sich eine Autofahrt lang den Kopf zerbrechen ob Sie nun Niagara-Falls oder Niagra-Falls oder doch eher Niergra-Falls genannt werden(unabhängig von der Schreibweise)
Doch die Lösung ist simpel man spricht sie Niagra(englisch betont) wie Viagra.

Wir schmorten bei 25°C und als wir uns der Fälle sattgesehen hatten, fuhren wir an den Nordstrand von Niagara on the Lake. Dort genossen wir den Nachmittag, bevor wir vom abendlichen Regen davon fuhren, nach St. Catharines.
Am nächsten Tag machten wir eine Tagestour zum Erie-See der Regen hat die Luft abgekühlt und so war unsere Sandburg von Nebel umhüllt (mit Eis im Hintergrund).
Nach dem wir auch diesen Tag in St.Catharines ausklingen ließen, folgte am Nächsten Tag die „Heimreise“ nach Toronto.

11April
2015

Schottisch durch Toronto

Nach einer der letzten regnerischen Nächte, wachten wir in Kingston auf.

Da wir vom Vortag nicht so viel von der Stadt hatten, fuhren wir nochmal nach Downtown und schlenderten die Straßen hoch und runter. Doch manchmal will die Zeit einfach nicht vergehen.

Und auch der Big-Apple in Coburg (berühmter Rastplatz an der Autobahn) war nicht so umwerfend wie erwartet. Es war weder Apfelsaison, noch hatten wir Hunger auf Apfelkuchen.

Also machten wir uns auf die Socken, dann kommen wir halt früher in Toronto an. Und da wären wir auch schon beim Thema:

Oliver, 71 Jahre jung, Schotte.
Wir wurden freundlich begrüßt und eingeweiht(sogar unser Auto darf im Trockenen schlafen)

und ehe wir uns versahen, hatte Resi einen Helm auf und wir drei standen mit Fahrrädern bewaffnet, in den Startlöchern zu einer Stadtrundfahrt.

Von Gaytown durch die verschiedenen Teile der Stadt, von Kensington-Market durch Chinatown, nach Downtown, vor unserem Reiseführer war kein Stadtteil sicher.

Ab dieser Tour waren wir immer mit dem Fahrrad unterwegs und was mit Fahrrad nicht ging,
war kein Problem, Oliver lud uns ein mittels Auto Greektown, das Indische, wie auch das vietnamesische Viertel zu erobern.


Der Abend klang dann gemütlich mit Oliver und Jill beim indischen Abendessen aus.

Wir genossen das sonnige Wetter und trafen sogar eine Freundin von Resi, aus Sunshine Village.

Unsere Tage in Toronto vergingen wie im Flug, weshalb wir auch unser Versprechen an Oliver und seine Lebensgefährtin, bezüglich des Kochens verschieben mussten, doch kein Problem, wir kommen wieder.

Und so sah es bei Oliver aus.

07April
2015

Potluck und das wichtigste von Ottawa

Wir trafen am Nachmittag in Ottawa bei unser Gastgeber Guliano, ein halb-italienischer Hauptstädter, ein.
Unsere Couch stand im Wohnzimmer, was wir mit einer Französin und einem Kater teilten.
Zu unserem Host gehörte noch ein kanadisch-deutscher Mitbewohner Killian, ein großgewachsener sehr sympathischer Kerl.

Nach anfänglichem Geplänkel wurden wir kurzerhand zu einem Potluck(jeder bringt was mit) eingeladen und da wir nichts hatten, luden wir alle hinten rein und fuhren Sie dafür, das klingt jetzt normal, stellt sich aber ohne Sitze für Passagiere, lustiger raus als gedacht.

Es ist ungewohnt aber schön, mitten in einen kanadischen Freundeskreis gewürfelt zu werden und auch eine Abwechslung sich auch mal in einer Gruppe zu unterhalten und auszutauschen.

Der Tag darauf begann spät, doch irgendwie trafen wir uns dann doch noch alle in der Stadt zu Gulianos Stadtrundgang.
Die Stadt ist gespickt von schönen und alten Gebäuden, von lustigen Plätzen und schönen Ecken und so begannen wir mit einem Frühstück in einer Bäckerei direkt in der Markthalle (wo selbst Obama schon Mapleleaf-Cockies aß).

Wir sahen die Parlamentsgebäude und auch den Peacetower, von innen, außen und oben

(Das Parlament hast ausgezeichnete Guides), das Kongresszentrum, den besten Don-Air der Stadt (riesig) und auch die Oper und den Rideaukanal der vom River-Ottawa abzweigt und im Winter die weltweit größte Eislaufbahn( auch, um auf Arbeit zu fahren) bildet.

Da uns die Euphorie an Gulianos Tour etwas fehlte, machten wir uns am nächsten Tag selbst auf Entdeckungstour , das hieß zwar zuerst Eislaufen und dann Shopping, aber entdeckt ist entdeckt.
Wir spielten vorm Technikmuseum noch etwas Football, bevor wir dann am Abend für unsere Gastgeber kochten, Chilli.

Am Tag danach folgte unsere Abreise, an und für sich von schönem Wetter begleitet. Unser Glück verließ uns dann aber leider dann ab Kingston, so dass der Abend im Kino ausklang.

04April
2015

Das Wunder von Quebec

Kaum das wir die Altstadt Quebec´s erreichten, war uns klar, hier wird es uns gefallen.

Wir hatten die Visitor-Infor noch garnicht betreten da waren wir schon hin und weg, vom Chateau Frontenac. Die Mitarbeiterin in der Info riet uns wir sollten das gute Wetter nutzen und nicht nur Innenstadt und den unteren Ring der Altstadt erkunden sondern auch unbedingt auch den nahegelegenen Montmorency-Fall besuchen, na das ist doch ein Plan.
Die Innenstadt ist unglaublich schön, auf dem oberen, als auch dem unteren Ring und alle Sehenswürdigen aufzuzählen wäre vielleicht zu viel des Guten, also genießt die Bilder.



Nach dem ein Großteil der Altstadt, sowie der Marketplace erkundet war, setzten wir uns also ins Auto und fuhren zu den nördlich gelegenen Montmorency-Falls.
Dieser Wasserfall ist wirklich schön und bekommt durch das Starke Eis rundherum und bei diesem sommerlichen Wetter, einen ganz eigenen Charme. Der Wasserfall ist 30m höher als die Niagara-Fälle und lockt uns sogar auf die Brücke die darüber verläuft.

Tags darauf begannen wir den trüben Tag mit Eislaufen. (an der Ostküste Kanada wird beim öffentlichen Laufen im 15min-Takt die Laufrichtung geändert)

Danach ging es wieder in die Altstadt, und wie es der Zufall wollte, fand Resi in dem ganzen Ekel-Mäkel-Wetter einen Eisverkauf und kaum hatten wir das Eis in der Hand, klarte es auf, verrückt, aber höre immer auf das Wort eines Eisfanatikers.

Zum Abend hin fuhren wir noch ein Stück aus der Stadt, bevor den nächsten Tag, der Fahrt nach Ottawa widmeten.

02April
2015

219 $ geschenkt !

Nach dem unsere Suche nach offenen Eishallen und Schwimmhallen auch heute erfolglos blieb,

warfen wir unsere Pläne über Bord und beschlossen, heute fahren wir so weit wie möglich nach Quebec.

Entlang der Küste, mit Zwischenstopp an einem leider geschlossenen U-Boot, mit kurzem Mittagsaufenthalt an einer Hovercraft-Werft, direkt bis Lévis.

Dort verpassten wir, kurz nach 9 den Ladenschluss, des örtlichen Walmarts und so auch unsere Möglichkeit einer Toilette.

Für einen Mann sollte das kein Problem darstellen, für die Damen sieht das schon ganz anders aus, außer heute. Während Resi sich wunderbar damit arrangieren kann, wollte sie scheinbar nicht, dass ich mich auch erleichtern kann, jedenfalls merkt sie in kurzen Abständen an, ich sollte es lassen.
Als ein weißer Sportwagen vorfährt, klärt sich ihre Sorge: Cops!
Es folgt eine Fragerunde und Personalienaufnahme, Fazit – Verwarnt wegen Pinkeln an öffentlichen Plätzen, die 219$ Bußgeld werden uns zum Glück erspart.

01April
2015

7 Stunden Fahrt wegen einem Stein

Sieben Stunden Fahrt wegen einem Stein

 

Wie all zu oft begann unser Tag auf einem Walmart-Parkplatz.
Der Nebel hing tief über Champelton und auf unsere Frühlingsvorfreude fiel Neuschnee.

Leicht betrübt über das Wetter, machten wir uns startklar und auf den Weg.

Sobald wir die Bucht verließen klarte es auf.
Jackpot! Percé Rocj wir kommen!
Nach ca. drei Stunden, sonniger, wenn auch diesiger Fahrt erreichten wir die Küste von Percé.

Doch welcher ist nun der Percé-Rock, freundlich und unverständlich wie die Akadier sind, haben sie uns natürlich zwei Felsen hingestellt.

Das Problem klärte sich von selbst, denn spätestens wenn man davor steht, weiß man,
welcher der Richtige ist.
(Die Bilder Sprechen für sich)




Als wir dann nach dem Mittag weiter Richtung Gaspé fuhren, unserem Tagesziel, war die neugewonnene Energie allerdings dahin.
Es war neblich, leicht verschneit und unromantisch.
Der Winter hat diesem verschlafenem Örtchen jeglichen Charme geraubt und auch Eis- und Schwimmhalle konnten nicht helfen, die waren geschlossen.

Also was hilft der Katzenjammer, wir kauften neue Verpflegung und fuhren weiter,
bis wir schließlich, nach weiteren Stunden Autofahrt, Spielen (Wer bin ich, Ich sehe was...)

und einem Dorfbewohner, der uns nicht auf seinem Rasen haben wollte,
in Saint Anne de Monts ankamen.
Mit eindrücken der Untergehenden Sonne und einem letzten Lightouse, bevor wir ankamen.
Respekt an Resi, die über 7 Stunden und mehr als 700Km allein gefahren ist.